
Der Kalender zeigt heute den 2. Dezember. Ein Tag, der in vielen Wohnzimmern mit dem Duft von Tannennadeln und der kindlichen Aufregung vor einem geöffneten Adventskalender gefüllt ist. Doch in meiner Realität, in meiner tiefen Einsamkeit, brennen diese Lichter nicht warm, sondern werfen harte, kalte Schatten.
Ich bin getrennt, lebe allein, und meine Kinder sehe ich viel zu selten. Und genau diese Tatsache wird in der Vorweihnachtszeit zu einem großen, schmerzhaften Loch in meinem Herzen. Jeder leuchtende Weihnachtsbaum, jede lachende Familie, die ich sehe, verstärkt das Gefühl des Ausgeschlossenseins, der Sehnsucht.
Die wachsende Furcht vor Weihnachten
Mit jedem Tag, der vergeht, wächst in meinem Kopf nicht die Vorfreude, sondern die Furcht vor Weihnachten. Dieses Fest der Liebe wird für mich zum Symbol des Verlusts und der Distanz. Die Angst vor dem Heiligen Abend, an dem ich weiß, dass die wichtigste Nähe in meinem Leben fehlt, ist lähmend. Ich suche Familie, ich suche Nähe, doch ich finde nur die gnadenlose Leere meiner eigenen vier Wände.
Die Ungenügend-Falle
Dazu kommt die Traurigkeit, das Gefühl, als Vater nicht genug zu sein.
Es ist die Geldsorge, die mich plagt. Die Geschenke werden dieses Jahr klein ausfallen müssen, und ich frage mich, ob meine Kinder das spüren. Muss ich meine Liebe mit Dingen beweisen, die ich mir nicht leisten kann?
Und es ist die Zeit, die mir fehlt. Die wenigen Stunden, die mir bleiben, um meine Kinder zu sehen, fühlen sich immer zu kurz, immer zu gehetzt an. Ich sehne mich danach, sie wirklich kennenzulernen, Teil ihres Alltags zu sein, ihnen die Traurigkeit vom Gesicht zu nehmen – ein Wunsch, der mir verwehrt bleibt.
Ein Vaterherz in der Stille
Ich bin gefangen in einem Kreislauf aus Trauer, Einsamkeit und Schuldgefühlen. Ich will meinen Kindern alles ermöglichen, vor allem aber will ich ihnen meine unendliche Liebe zeigen.
Gerade jetzt, in dieser Zeit der Besinnlichkeit, fühlt sich die eigene Stille und Isolation besonders grausam an. Dieses Vaterherz sehnt sich nach dem Glück der Nähe, doch muss es lernen, mit der stillen Hoffnung zu leben, dass Liebe auch über weite Strecken und knappe Budgets hinweg ihren Weg findet.
Leere Taschen klagen
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Herz sucht nach sanfter Sprache
Liebe findet Weg

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