
Der erste Dezember ist da. Für viele öffnet sich heute das erste Türchen im Adventskalender, Kinderaugen leuchten, und die Vorfreude auf die schönste Zeit des Jahres beginnt. Doch für mich ist der Dezember nicht nur der Beginn der Adventszeit, sondern auch der Beginn einer tiefen, fast lähmenden Angst.
Heute habe ich meine Kleinste in den Kindergarten gebracht – und werde sie genau wie meine beide Großen für zwei lange Wochen nicht mehr sehen. Als getrennter Vater, der seine Kinder über alles liebt, sitzt die Stille in meiner Wohnung heute besonders tief. Sie ist nicht nur die Abwesenheit von Lachen und Spiel, sondern ein Echo meiner eigenen, tief sitzenden Furcht.
Meine Gedanken kreisen, werden zu einem Strudel, aus dem ich nur schwer entkomme. Die Angst vor Weihnachten wächst mit jedem Tag. Die Angst, an einem Tag, der von Wärme, Familie und Geborgenheit sprechen sollte, allein zu sein. Die Angst, die leeren Räume zu sehen, die an glückliche Zeiten erinnern, die jetzt schmerzlich weit entfernt scheinen.
Ich fürchte mich vor der Stille, die meine Wohnung dann füllen wird. Vor den Momenten, in denen ich am liebsten zusammenbrechen, weinen und einfach nur schreien möchte, weil der Schmerz über die Trennung von meinen Kindern an diesem besonderen Tag unerträglich wird. Wie hält man das aus? Wie übersteht man ein Fest der Liebe, wenn man die Menschen, die man am meisten liebt, nicht bei sich haben kann?
Diese Gedanken sind nicht nur traurig, sie sind beängstigend. Sie rauben mir den Schlaf und die Hoffnung. Doch vielleicht hilft es mir, sie aufzuschreiben, sie zu teilen. Vielleicht gibt es andere, die ähnliches fühlen, und vielleicht finden wir gemeinsam einen kleinen Lichtblick in dieser so dunklen Zeit.
Die leere Wohnung,
josi.de
Ein Echo in der Stille hallt,
Weihnachtsfurcht wächst still.

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